F5 Crypto Recap – Januar 2021

Ihre übersichtliche Marktzusammenfassung des Vormonats

Was geschah im Januar?

Das Jahr 2021 konnte der Bitcoin an seine Rallye des Vormonats anschließen. In den ersten 10 Tagen des neuen Jahres wurde ein Allzeithoch nach dem anderen gebrochen, sodass der Bitcoin kurzzeitig bei mehr als 34.000€ stand.
In der zweiten Hälfte des Monats setze die vielerseits erwartete Korrektur ein, die den Kurs kurzzeitig um ca. 30% nach unten beförderte.

Derartige Korrekturen sind langjährigen Bitcoin Investoren bereits bekannt. Während der großen 2017er Rallye schwankte der Kurs ganze 6-Mal um 30%+ nach unten:

Bitcoin Preiskorrekturen 2017
Bitcoin Preiskorrekturen 2017; Quelle: Tradingview.com

Während der Bitcoin zum Monatsende weiter abkühlte, unternahm Ethereum wiederholte Anläufe, das alte Allzeithoch von vor ziemlich genau 3 Jahren zu knacken. Nach einer beeindruckenden Rallye, die den Kurs des Ether von 606€ auf 1144€ steigen ließ, blieb ein klarer Durchbruch der Resistenzstruktur dennoch aus.

Ebenso begannen erste Altcoins (alternative Kryptowährungen) aus der Konsolidierung auszubrechen. An vorderster Front standen hier insbesondere Projekte aus dem Decentralized Finance Bereich. Mit Uniswap und Aave konnten die beiden größten DeFi Protokolle nach Marktkapitalisierung sich jeweils mehr als verdreifachen; die Uniswap DEX (Dezentralisierte Börse) verzeichnete zudem ein Anstieg des monatlichen Handelsvolumen auf über 30 Mrd. US-Dollar.

Obwohl ein großer Teil der Positionen im F5 Crypto Portfolio aufgrund der Konkretisierung des F5 Crypto Fonds geschlossen wurden, konnte im Januar eine Performance von 18,21% erreicht werden.
Für die kommenden Wochen werden marginale Anlageentscheidungen weiter heruntergefahren, dass genug Kapazitäten für die Realisierung des Krypto-Fonds zur Verfügung stehen.

F5 Crypto Portfolio Performance
Portfoliostand Monatsbeginn 102.254,21 EUR
Portfoliostand Monatsende 120.876,08 EUR
Performance +18,21%
Anzahl Anlageentscheidungen 0

Thema des Monats

Bitcoin Full Node

Bitcoiner sprechen oft von “Run your own node.” Was steckt dahinter?

Der Ethos der Szene ist die Unabhängigkeit von Dritten. Alle Funktionen sollte eine Privatperson selbst ausführen; sich nicht auf eine Website oder eine fremde Software verlassen. Eine Log-in Maske ist ein rotes Tuch.

Der Bitcoiner

Der echte Bitcoiner überprüft das Bitcoinnetzwerk selbst. Auf seinem PC läuft die originale Bitcoin Software, welche Blocks empfängt und überprüft. Dieser sogenannte Node kann auch über das Tor-Netzwerk laufen und so (vom ISP) unerkannt Bitcoin Transaktionen empfangen und senden. So kann der Nutzer sich sicher sein, dass er den aktuellen Status des Netzwerks kennt, ohne auf eine Firma oder Website angewiesen zu sein.

Zusätzlich verwaltet ein Bitcoiner seine Schlüssel selbst. Dies hat mehrere Vorteile und einen wesentlichen Nachteil.

Ein Vorteil der Selbstverwahrung ist die Privatsphäre. Bei der Eigenverwahrung der Bitcoin-Schlüssel kann kein Dritter wissen, welche vermeintlichen Reichtümer sich unter der Kontrolle einer Person befinden oder wann welche Zahlungen empfangen oder gesendet werden.
Ein weiterer Vorteil ist die Unabhängigkeit von Finanzdienstleistern: Kein Hack oder Crash eines Zahlungsdienstleister tangiert einen Selbstverwahrer. Ebenso kann keine Bank der Welt ein selbst-verwahrtes Bitcoin-Guthaben einfrieren. Bitcoin wird u.a. aus diesem Grund auch digitales Gold genannt.

Der wesentliche Nachteil der Eigenverwahrung liegt in der Verantwortung der Schlüsselverwahrung. Grandiose Geschichten des Schlüsselverlusts und damit verbundenen Totalverlust bieten immer wieder eine gute Unterhaltung und Nährstoff für Kritiker.

Wer einen eigenen Node aufsetzen möchte findet dazu viele gute Anleitungen.

F5 Erklärt

Double Spend – Zweimal bestellt, nur einmal bezahlt

Kennen Sie diesen Witz:

Frau strahlt: Du Schatz, ich habe gerade 500 Euro verdient!
Mann: Wie das denn?
Frau: So ein Mann hat geklingelt, und meinte, wenn ich ihm meine Brüste zeige, gibt er mir 500 Euro!
Mann: War das zufällig Herr Maier, so ein kleiner Typ mit roter Brille?
Frau: Ja, genau der.
Mann: Der Maier schuldete mir 500 Euro!!

Herr Maier hat hier einen double spend betrieben. Er hat die gleichen 500 Euro zweimal ausgegeben. Einmal um seine Schuld zu begleichen, er wird natürlich darauf pochen, er habe das Geld zurückgezahlt. Aber auch um die Frau zu überreden, sich auszuziehen.

Derartige double spends sind das Problem digitaler Währungen. Stellen wir uns vor, wir hätten einen digitalen 5-Euro-Schein und können ihn an zwei Personen gleichzeitig per Email senden. Oder gar an zwei-hundert Personen! Das ginge natürlich nicht lange gut.

Um das mehrfache Ausgeben zu unterbinden, muss der virtuelle 5-Euro-Schein zentral überwacht werden. Banken oder Zahlungsdienstleister wie Paypal verbuchen Zahlungen zentral. Dies sind zentrale Abrechnungsstellen. Eine dezentrale digitale Währung ohne eine derartige Abrechnungsstelle ist undenkbar.

Der Durchbruch

Bitcoin löste 2009 das double-spend Problem. Durch dezentrale Ordnung der Zahlungen mittels proof-of-work, dem Mining, kann kein double-spend vorkommen. Es ist möglich, online digitale Zahlungen ohne zentrale Abrechnungsstelle durchzuführen. Die Implikationen sind immens, nach unserer Meinung der technische Durchbruch der letzten Dekade, mit Auswirkungen größer als Genmanipulation mit CRISPR oder die experimentelle Bestätigung des Higgs.

Damit eine Bitcoin Zahlung bestätigt ist, muss sie in einen Block aufgenommen werden. Die Blöcke bilden eine Kette, je weiter der Block einer Zahlungsbestätigung in der Kette zurückliegt, je sicherer ist diese. Mit 6 Blöcken oberhalb einer Zahlung akzeptieren alle Krypto-Börsen Zahlungen im dreistelligen Millionenbereich – als so sicher gelten diese 6-fachen “confirmations”, dass die gleiche Zahlung nicht mehrfach ausgegeben werden kann.

Innerhalb eines Blocks kommt es selten vor, dass eine bereits bestätigte Zahlung wieder aus der Blockchain herausfällt. Finden zwei Miner nahezu gleichzeitig einen neuen Block mit Zahlungen, so konkurrieren diese bis zum nächsten Block um permanente Aufnahme in die Blockchain. Bitmex Research berichtet über derartige Events und unterhält den Fork Monitor.

Link des Monats

TheBlock Data Dashboard – Datenvisualisierung von Spot / On-Chain und DeFi-Märkten


Dieser Report wurde konzipiert von unseren Partnern Christian Musanke und Paul Otto.